Spezielle Umgebungen: Badezimmer, Außenbereich, Ladestation, Solarmodule und Batterie
Wie zusätzliche Regeln für bestimmte Umgebungen und Geräte gelten, wenn besondere Risiken bestehen.
Uitleg
Diese Seite fasst die kontextbezogenen Vorschriften aus AREI Buch 1 zusammen. Der Kern stammt aus Kapitel 7.1 für Bäder und Duschen, Kapitel 7.22 für Ladeeinrichtungen, Kapitel 7.112 für Hausinstallationen mit Solarpaneelen und den allgemeinen System- und Schutzregeln in 3.1.2, 4.2 und 4.4.
Möchten Sie zunächst Begriffe zu Geräten und Anschlusspunkten, AC/DC, Solarmodule oder Ladestationen? Siehe Strombasis und Geräte und Anschlusspunkte.
Kurz gesagt
- Für spezielle Umgebungen gelten zusätzliche Anforderungen neben den allgemeinen Vorschriften.
- Für Badezimmer gelten Zonen und zusätzliche Schutzanforderungen.
- Für jeden Ladepunkt ist ein eigener Stromkreis erforderlich.
- Solarmodule und Batterien müssen als Quellen in der Dokumentation und im Stromlaufplan nachvollziehbar eingebunden sein.
- Außen- und Nebengebäude erfordern Aufmerksamkeit auf äußere Einflüsse, mechanischen Schutz und Spannungsabfälle.
Eine Grundregel: Der Kontext verändert das Urteilsvermögen
Eine Steckdose im Wohnzimmer, eine Steckdose im Badezimmer, eine Außensteckdose und eine Ladestation sehen auf dem Papier möglicherweise ähnlich aus. AREI behandelt sie nicht gleich, da Umgebung und Nutzung das Risiko verändern.
| Kontext | Zusätzliche Fragen |
|---|---|
| Badezimmer | Um welches Volumen geht es? Welche IP-Schutzart und welcher Fehlerstromschutz sind erforderlich? |
| Draußen | Ist das Material für Feuchtigkeit, mechanische Beanspruchung und Witterungseinflüsse geeignet? |
| Ladestation | Gibt es pro Anschlusspunkt einen zugeordneten Stromkreis? Welcher Fehlerstromschutz und Schutz gegen Überlast und Kurzschluss? |
| Solarmodule | Worauf verlinkt die Quelle? Welche Wechselrichter-, Sicherheits- und Aktendokumente sind im Lieferumfang enthalten? |
| Batterie/Backup | Welche Teile bleiben unter Strom und wie wird die sichere Trennung dargestellt? |
Badezimmer und Dusche
Kapitel 7.1 unterteilt Räume mit Bad oder Dusche in Volumen. Diese Zonen legen fest, welche Geräte, Steckdosen, Steuergeräte, Beleuchtung und Schutzmethoden zulässig sind.
Der Stromlaufplan muss nicht jedes Detail des Badezimmers zeigen. Der Lageplan sollte jedoch deutlich machen, wo sich die Anschlusspunkte befinden. Bei der Erörterung eines Punktes in oder in der Nähe eines Volumens ist daher dessen Lage auf dem Plan von entscheidender Bedeutung.
Ein Badezimmeranschluss ist kein gewöhnlicher Anschluss
Wenn sich eine Steckdose, eine Leuchte, ein Schalter oder ein Gerät in oder in der Nähe einer Badewanne oder Dusche befindet, müssen Sie seinen Standort und Schutz ausdrücklich begründen können.
Volumen beginnen am tatsächlichen Raum
Badewanne, Dusche, feste Wasseranschlüsse, Wände und Türen bestimmen gemeinsam den Raum und die Zonen. Eine passende Duschtür kann bei der Abgrenzung der Zonen als feste Wand berücksichtigt werden. Eine separate Badewannenabtrennung hat diesen Effekt nicht; nur eine feste Wand beeinflusst die Abmessungen.
Bei einer Dusche erstreckt sich Zone 1 vom fertigen Boden bzw. Duschboden bis auf 2,25 m, es sei denn, der höchste Befestigungspunkt des Festwasseranschlusses liegt höher. Der Raum unter einer Duschwanne gehört zum Zone 1, nicht zum Zone 0.
Lesen Sie die FPS-FAQ zu Raum, Türen und Volumen, S. 5-14.
Ausstattung, IP und vorhandene Teile
Ein Badezimmermöbel mit Beleuchtung oder Steckdose, ein fest installiertes Gerät oder Steckdose in einem Volumen müssen die Anforderungen für diesen Standort erfüllen. Dazu gehören die erforderliche IP-Schutzart und der Schutz vor elektrischem Schlag. Ein ortsfestes Niederspannungsgerät in Zone 1 muss laut Hersteller für diesen Standort und die entsprechende Verwendung vorgesehen sein.
Nur Geräte, die mit einer sehr niedrigen Sicherheitsspannung versorgt werden, dürfen über IP00 verfügen, und auch dann nur, wenn Tabelle 7.1 dies zulässt. In anderen Fällen gilt der IP-Schutzgrad aus Tabelle 7.3. Eine therapeutische Badeanlage richtet sich nach Kapitel 7.1 oder 7.2, je nachdem, ob es sich rechtlich um ein Bad oder eine Dusche oder um ein Schwimmbad handelt.
Für bestehende Teile gelten ab dem 1. März 2025 die neuen Regeln des Kapitels 7.1 mit den Abweichungen von Teil 6 und Teil 8, wo diese eine Beibehaltung ausdrücklich zulassen. So können unter bestimmten Voraussetzungen bestimmte bestehende Warmwasserbereiter, das bisherige Zone 1bis für eine Hydromassage-Badewanne und ein ortsfremder zusätzlicher Potenzialausgleichsanschluss beibehalten werden.
Ohne Bad, Dusche und feste Wände kann eine Konformitätsprüfung vor Bezug nicht zuverlässig beurteilen, ob der Raum Kapitel 7.1 entspricht.
Boxen und Steuerungen
Ein Schalter kann ein Steuergerät sein. Abzweig-, Kupplungs- und Verteilerkästen sind in den Bänden 1 und 2 nicht grundsätzlich verboten, wohl aber in Bänden 0. Eine Steckdose in Zone 2, die ein Gerät versorgt, muss selbst den Vorschriften für diesen Raum entsprechen.
Lesen Sie die FPS-FAQ zu Ausrüstung und Boxen, S. 5-13.
Ladepunkte für Elektrofahrzeuge
Für Ladeeinrichtungen ist AREI spezifisch: Für jeden Ladepunkt ist ein zugeordneter Stromkreis vorgesehen. Dies ist der Anschlusspunkt des Ladegeräts, beispielsweise eine Ladestationssteckdose oder ein Fahrzeugstecker.
Ein Ladegerät darf nicht über eine Steckdose an die ortsfeste Elektroinstallation angeschlossen werden. Dadurch unterscheidet sich eine Ladestation von einem gewöhnlichen stationären Gerät.
Fehlerstromschutz und DC-Fehlerströme
Jeder zugeordnete Stromkreis in Wechselstrom muss einzeln durch einen Fehlerstromschutz mit einem maximalen Ansprechstrom von 30 mA geschützt werden.
Darüber hinaus muss die Anschlussstelle geschützt bleiben, wenn im Falle eines Isolationsfehlers ein störender Gleichstromanteil auftritt. Im Klartext: Ein handelsüblicher Fehlerstromschutzschalter vom Typ A reicht nicht aus, wenn die Ladestation DC-Fehlerströme verursachen kann.
In der Praxis erhalten Sie eine dieser Lösungen:
- ein Fehlerstromschutzschalter, das selbst für störende Gleichstromkomponenten geeignet ist, typischerweise Typ B;
- ein Fehlerstromschutzschalter vom Typ A oder Typ F in Kombination mit einem Restgleichstromerkennungsgerät, oft als RDC-DD oder 6 mA DC-Erkennung bezeichnet, das das Ladegerät deaktiviert.
Dieser Schutz kann in der festen vorgelagerten Installation, in der Ladestation selbst oder in einer Kombination aus beidem erfolgen. Überprüfen Sie daher immer das technische Datenblatt der Ladestation: Einige Ladestationen haben eine integrierte 6-mA-Gleichstromerkennung, andere nicht.
Schutz vor Überlast und Kurzschluss
Jeder zugeordnete Stromkreis muss einzeln durch einen entsprechenden Überlast- und Kurzschlussschutz geschützt werden. Dieser Schutz kann im Verteiler, im Ladegerät oder über beide verteilt sein, solange der Schutz wirksam ist.
Verfügt ein Ladegerät über mehrere Anschlusspunkte, die nicht gleichzeitig genutzt werden, ist ein gemeinsamer Schutz gegen Überlastung und Kurzschluss nur zulässig, wenn er jeden Anschlusspunkt ausreichend schützt. Beispiel: Der zugewiesene Strom des gemeinsamen Schutzes darf nicht höher sein als der niedrigste zugewiesene Strom der beteiligten Anschlusspunkte.
Platzierung und Umgebung
Ladeeinrichtungen müssen vor den äußeren Einflüssen ihres Standortes geschützt werden. Im Freien erfordert AREI mindestens IP44. Darüber hinaus müssen zusätzliche Maßnahmen gegen vernünftigerweise zu erwartende Kollisionen getroffen werden.
Ladeeinrichtungen in einem Gebäude erfordern in bestimmten Situationen eine elektrische Notunterbrechung. Diese Anforderung gilt nicht für Ladeeinrichtungen, die Teil der Elektroinstallation einer Wohneinheit sind.
In Condui
Zeichnen Sie eine Ladestation als eigenes System: Stromversorgung, Sicherheit, Kabel, Phasen und physischen Standort. So bleibt sie in der Anlagendokumentation als Ladeeinrichtung erkennbar.
Solarmodule und Batterie
AREI führt Photovoltaikmodule, Wechselrichter und Batterien ausdrücklich als mögliche Inhalte des Stromlaufplans auf. Dieser sollte zeigen, wie die Quellen elektrisch in die Anlage eingebunden sind. Der Lageplan zeigt ihren Standort, wenn sie im Stromlaufplan erscheinen.
Bei Hausinstallationen mit Solarmodulen bis einschließlich 10 kVA müssen zusätzlich Bedienungsanleitungen, Sicherheitshinweise und technische Hinweise der installierten Geräte in der Anlagendokumentation enthalten sein.
Kann ein Wechselrichter oder eine Batterie die Wohnung versorgen, muss der Schutz gegen elektrischen Schlag mit jeder Quelle funktionieren, einzeln oder gemeinsam. Gleichstromanteile eines Wechselrichters dürfen die Funktion der Schutzeinrichtungen nicht beeinträchtigen.
Gewöhnliches Gerät
Verbraucht Energie aus der Anlage.
- Der Strom fließt in der erwarteten Richtung.
- Der Stromlaufplan zeigt Schutz und Steuerung.
- Der Lageplan zeigt den Standort.
Quelle oder Speicher
Kann Energie in die Anlage einspeisen oder aus ihr beziehen.
- Der Energiefluss ist nicht immer offensichtlich.
- Schutz und Trennmöglichkeiten müssen klar erkennbar sein.
- Die technischen Unterlagen sind für Wartung und Eingriffe wichtig.